01.01.2017 – 00:00:00

01.04. [CANCELLED] KREV: Flucht und Migration

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7 pm

(K)Ein Zaun am Brenner?! Die Bewegung der Migration und die Schengener Binnengrenzen

Seit der Wiedereinführung der nationalen Grenzkontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze im Herbst 2015 wurden rund 2 Millionen Menschen bei der Einreise nach Bayern von deutschen Behörden kontrolliert, 40 Tausend Menschen davon wurde die Einreise verweigert. Letztmalig wurden die Grenzkontrollen im Herbst 2019 für ein weiteres halbes Jahr verlängert, an Autobahnübergängen, in Zügen und grenznahen Bahnhöfen wird weiterhin systematisch kontrolliert und die einst als »provisorisch« proklamierten Grenzpraktiken haben sich inzwischen verfestigt und verstetigt.

Die Entwicklungen entlang der »Brenner-Route«, die von Geflüchteten und Asylsuchenden zur Transitmigration zwischen Italien, Österreich und Deutschland genützt wird, scheinen diese Kontinuität zu bestätigen und formen die Renationalisierung des Schengenraums: neue Polizeibehörden und internationale Polizeikooperationen wurden ins Leben gerufen, neue Infrastrukturen der Kontrolle geschaffen. Gleichzeitig verlagerte sich die Transitmigration auf andere Wege und Verkehrsmittel: so nutzen nun schon seit Jahren geflüchtete Menschen Güterzüge, um im Herzen Schengens die Alpen überqueren zu können.

Matthias Schmidt-Sembdner ist Kulturanthropologe und forscht seit mehreren Jahren entlang der Brenner-Route. Er spricht über die umkämpften Politiken der Mobilität und der Immobilisierung und analysiert sie im Kontext der aktuellen Entwicklungen des europäischen Grenzregimes.

Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltungssprache ist Deutsch. Flüsterübersetzung in Englisch ist möglich. A whispered translation into English is possible.
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Die Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe Flucht und Migration und findet in Zusammenarbeit mit dem Kulturraum e.V. und dem IfZ statt.

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